Alles Vergehen ist nur ein Übergang. Jedes Ende ein Anfang. Jeder Tod eine Geburt. Alles hat sein Gegenteil. Alles das, was einen Anfang und ein Ende hat, ereignet sich IM LEBEN, welches selber ohne Anfang und ohne Ende ist. Das Leben selber endet nie und hat kein Gegenteil - es verändert immer nur seine Formen und Manifestationen.Freitag, 27. Februar 2009
AnthroNRW wird zu Mission Mensch
Alles Vergehen ist nur ein Übergang. Jedes Ende ein Anfang. Jeder Tod eine Geburt. Alles hat sein Gegenteil. Alles das, was einen Anfang und ein Ende hat, ereignet sich IM LEBEN, welches selber ohne Anfang und ohne Ende ist. Das Leben selber endet nie und hat kein Gegenteil - es verändert immer nur seine Formen und Manifestationen.Mittwoch, 25. Februar 2009
AnthroNRW – Das Ende.
Fastenzeit. Ich mach’s kurz und zitiere den rheinischen Karnevalsschlager des heutigen Tages: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei...“ Fast genau zwei Jahre nach dem Start von AnthroNRW ist dies der vorletzte Beitrag. Es ist einer von über dreihundert Beiträgen, die von weit über tausend Kommentaren bereichert wurden – ich kann nicht genau sagen wie viele tausend Gäste hier waren, aber ich kann sagen, dass dieser Blog zu einem bedeutsamen Teil meines Lebens wurde. In ein paar Tagen, werde ich mich nochmal bei Euch melden – mit einem letzten Gruß auf AnthroNRW...mal sehen, was es dann noch zu sagen gibt. Zum Schluss habe ich entdeckt, dass die 24-Stunden-Integrität mein neues Ziel ist. Nichts macht mir mehr Spaß, als die Verwirklichung dieses Zieles.
Der Blog war dabei mein spiritueller Drill Instructor und es freute mich zutiefst, wie diese Internetseite andere Menschen berührte und inspirierte.
Dazu gehörten auch haufenweise Spott, bösartige und hämische Kritiken. AnthroNRW war über viele Monate DAS Gesprächsthema – und nicht nur der Anthrosphäre im Internet. Ich könnte Euch über absurde Gespräche, Briefe, Mails und wahnsinnige Telefonanrufe berichten. Allerdings ist es für mich ein energetisches Wunder, dass sich fast nie einer dieser Hass-Kritiker auf meinem Blog äusserte. Stattdessen wurden Gronbach-Bashing Seiten eröffnet, Karikaturen verfasst und unflätiger Unsinn verbreitet – aber eben nie über diese Seite hier.
Ich erkläre mir dieses Wunder vor allem durch eine Art seelischen Schutzschild, welchen meine Leserinnen und Leser spannten – sie alle bemühten sich um eine heroische Positivität.
Die Kraft des Guten, die Kraft des Einen, die Kraft der individuellen Freude und des Mutes ...das war tatsächlich alles hier anwesend.
Wisst Ihr – das dies über zwei Jahre glückte, dass trotz aller tiefen, traurigen und auch schmerzhaften Diskussionen, mancher Blödheit und mancher Härte von mir, immer dieser lustvolle Geist des Guten, des Wahren und des Schönen präsent war, dass ist für mich das größte Geschenk, dass wir uns gemacht haben. Wir sind nicht zynisch geworden, sind nicht in posmoderne Schwätzerei verfallen und haben uns immer am Größten aufgereichtet. Dieses Größte, was die Weite des Kosmos und gleichzeitig Zentrum unseres Gewissens ist. Dem waren wir treu und das war unsere Leistung.
Klare Liebe und machtvolle Evolution. Das waren nicht nur Wörter – das war eine Atmosphäre, die WIR geschaffen haben.
Ich denke, wir sind zusammen ein paar gute Schritte gegangen – zuletzt auf dem Weg zu einem bedingungslosen Grundeinkommen. Das war für mich wirklich eine Höhepunkt. So höre ich hier auf, wenn’s am schönsten ist.
Ich danke Euch in Respekt und in Liebe.
AnthroNRW hatte einen Anfang und jetzt hat AnthroNRW eben ein Ende. So ist das.
Vor wenigen Jahren durfte ich erfahren, dass der banale Matrix-Revolution-Satz: „Alles was einen Anfang hat, das hat auch ein Ende“ eine der beiden einzigen Wahrheiten ist, die es gibt.
Wer nur diese Wahrheit erfährt, wird im wahrsten Sinne des Wortes in eine unendliche Depression fallen. Darum nennt man das gleichzeitige Erleben der anderen einzigen Wahrheit, das Erwachen oder die Erleuchtung. Ich erfuhr in unendlicher Einfachheit, dass jeder von uns, der zum Sterben geboren wurde, den folgenden Satz zu sich und aus sich selber sagen kann:
„Ich bin, der da war, der da ist und der da sein wird.
Ich bin das Leben und das Leben hat kein Gegenteil“.
Alles, was ich in den zwei Jahren sagen wollte, ist diese: Lebe beide Wahrheiten, als die große, EINE Wahrheit. Lebe die zwei Gesichter Gottes.
Rätsel an Rätsel stellt sich im Raum,
Rätsel an Rätsel läuft in der Zeit;
Lösung bringt der Geist nur,
Der sich ergreift
Jenseits von Raumesgrenzen und
Jenseits vom Zeitenlauf.
(Rudolf Steiner)
Leben Dein endliches Selbst, doch ruhe dabei in der Unendlichkeit (Ken Wilber)
Daraus formuliere ich mein Abschiedssong für AnthroNRW. Statt dem Wort „Kind“ in dem Text, kannst Du auch Blume, Berg, Wolke, Hund oder Hure singen. (Wenn Du magst, kannst Du in der März-Ausgabe der Zeitschrift info3, mehr zu diesem Thema der „Wahren Spiritualität“ lesen.)
Singt diese Zeilen wie einen Tanzlied – lernt sie, wie man einen Tanz lernt. Stolpert über Eure Füße und beginnt von vorne. Lasst uns zum Abschied einfach singend tanzen und umarmt die VIELEN als das EINE:
....Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wahre Spiritualität lebe ich dann, wenn ich mich radikal von allen Formen des Lebens abwende und weisheitsvoll dem formlosen GEIST zuwende, welchen ich als mein eigenes, innerstes Wesen erkenne, dass sich auch in einem Kind manifestiert. Diesem sterblichen Kind, wende ich mich als sterblicher Mensch mitfühlend zu, um in seinen Augen den weisheitsvollen Blick, des formlosen und unsterblichen GEISTES zu erkennen, der ich selber bin. Von Ewigkeit zu Ewigkeit....
Auf Wiedersehen und Tschö, euer Sebastian Gronbach.
Dienstag, 24. Februar 2009
Die letzten Tage
Was denkst Du, ist ein großer Sieg? Selber zu bestimmen. Was denkst Du, ist der endgültige Sieg? Zu erkennen, dass dasjenige was einen bestimmt, man selber ist. Wenn ich sagen sollte, was mir Anthroposophie durch alle Phasen meines Lebens geschenkt hat, dann war es dies: Ich erlebte das Schicksal nie als etwas von aussen kommendes - ich erlebte das Äussere des Schicksals so, als käme ich mir selber entgegen. Und später begriff ich, wie wahr dieses Erleben tatsächlich ist.
Deshalb konnte ich mich auch immer mit aller Radikalität in die Kämpf des Lebens werfen, weil in mir das Gefühl lebte: "Du kämpfst mit Dir selbst - und Du kannst Dir was zumuten". Ich will mir was zumuten, denn ich bin davon überzeugt, dass nur so Entwicklung möglich ist...zumindest bin ich solange davon überzeugt, solange ich ein Mann bin. "Penisenergie", nennt mein spiritueller Bruder das.
Und ich will nicht aufhören eine Zumutung für andere zu sein. Denn ich bin selber diese Anderen. WIR sind die anderen und wir können uns richtig viel zuMUTEN.
Auch in den letzten Tagen dieses Blogs...
"Es gibt ein Erleben des Schicksals, in dem man nicht das Selbst verliert. Man kann auch im Schicksal noch sich selbst als wirksam erleben. Sie gibt in dem unegoistischen Betrachten des Menschenschicksals ein Erleben an, in dem man nicht nur das eigene Dasein, sondern die Welt lieben lernt.
Statt in die Welt hineinzustarren, die in Glück und Unglück das Ich auf ihren Wellen trägt, findet man das Ich, das wollend das eigene Schicksal gestaltet. Statt an die Welt zu stoßen, an der das Ich zerschellt, dringt man in das Selbst ein, das sich mit dem Weltgeschehen verbunden fühlt.
Das Schicksal des Menschen wird ihm von der Welt bereitet, die ihm seine Sinne offenbaren.
Findet er die eigene Wirksamkeit in dem Schicksalswalten, so steigt ihm sein Selbst wesenhaft nicht nur aus dem eigenen Innern, sondern es steigt ihm aus der Sinneswelt auf."
(Rudolf Steiner)
Mittwoch, 18. Februar 2009
Das neue WIR gewinnt - Aber wie?
Die letzten Tage haben mir erneut deutliche gemacht, wie bedeutsam die Dimension des WIR ist. Die Petition für das bedingungslose Grundeinkommen, wurde von Susanne Wiest in charmant unbedarfter Weise in die Welt gestellt – fast schien es, als würde die Kraft für die Explosion gerade nicht in der Professionalität dieser Aktion liegen, sondern in der schlichten Menschlichkeit. Und was passierte dann? War es nur ein gruppendynamischer Hype, der die Petition nach vorne trieb? Was war los in den rund vierzehn vergangenen Tagen? Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir – wenn wir tatsächlich eine neue Kultur erschaffen wollen, die alle Bereich des Lebens umfasst (eben auch und gerade den Bereiche der Wirtschaft), dass wir dann auf diese Ebene des lebendigen WIR angewiesen sind.
Denn zu frühe Namen können auch zerstören – wichtig is jetzt auch, dass wir hören lernen und ein Bewusstsein für den Geburtvorgang schaffen und uns anregen lassen, alles zu tun, damit das neue Leben wachsen kann. Mit dem Namen des WIR müssen wir uns nicht eilen, sonst geht es uns wie Rilke:
'Wo zwei oder drei in meinem Namen vereinigt sind, da bin ich mitten unter ihnen.'
"Es ist nicht der eine und der andere und der Dritte, sondern etwas ganz Neues, was durch die Vereinigung entsteht. So sind die menschlichen Vereinigungen die geheimnisvollen Stätten, in welche sich höhere geistige Wesenheiten herniedersenken, um durch die einzelnen Menschen zu wirken, wie die Seele durch die Glieder des Körpers wirkt.
(Rudolf Steiner, 23.11.1905, Berlin)
Dienstag, 17. Februar 2009
Seid umschlungen fünfzigtausendplusx
Diese aufregenden Tage bis zum Erreichen der 50.000 Unterschriften werden uns für die nächste Jahre der Wegstrecke motivieren. Jede Stimme ist ein Vitaminstoß für den langen Marsch. Und es ist nur ein Marsch von vielen - ist hier noch jemand der fragt, wozu wir heut noch Helden brauchen?Montag, 16. Februar 2009
Herzschlagfinale
Herzschlagfinale nennt man so etwas! Die Petition zum bedingungsloses Grundeinkommen ist auf den letzten Metern eines unglaublichen Rennens. Über 48.000 Stimmenmeter hat sie bereits hinter sich - viel mehr als von den meisten erwartet. Das Ziel ist weniger als 2.000 Stimmenmeter entfernt und es bleiben noch einige wenige Stunden.Donnerstag, 12. Februar 2009
Der integrale Einzelkämpfer
Wer heute ein wahrhaft spirituelles Leben führen will, der kann sich nicht damit begnügen, nur in einer bestimmten Bewusstseinsebene präsent zu sein. Es reicht nicht, sich nur im Verstand auszukennen und Modelle und Systeme der Wirklichkeit zu entwerfen. Es reicht auch nicht nur in der Liebe zu leben und alle Bereiche des Lebens mit Liebe zu durchdringen. Bei aller Liebe, das reicht nicht.Es reicht auch nicht, nur in der Bewusstseinsdimension der Erkenntnis zu leben, wo man Zugang zur Weisheit und zum Wissen der ganzen Schöpfung hat. Und, nein, es reicht auch nicht nur in der Weite des „Reinen Seins“ zu leben, wo wir den einfachen und klaren Zustand des einfachen und einzigen „Ich-Bin“ erfahren.
Wer heute ein wahrhaft spirituelles Leben führen will, der ist absolut und bedingungslos herausgefordert, alle Türen, zu allen Bewusstseinsbereiche des Lebens offen zu halten. Alle Bereiche sind miteinander verbunden, aber die meisten der spirituell Strebenden machen es sich in einem, oder bestenfalls zwei Bereichen bequem.
Die Türen zum Ganzen sind dann zu. Das Geheimnis eines wahren spirituellen Lebens besteht darin, alle Türen zu allen Bewusstseinsebenen offen zu halten.
Je nach Lebenssituation kann man dann seine Aufmerksamkeit besonders auf einen Raum fokussieren und das Leben meistern – ohne von der restlichen Energie abgeschlossen zu sein.
(Im großen und ganzen gibt es zehn verschiedene Türen zum Leben, die ich in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift info3 einmal vorstellen werden).
Heute will ich, weil ich selber mitten darin stehe, etwas über die Krise sagen. Wer zum Beispiel ausschließlich in der Liebe wohnt, wird eine Krise – das ist mein feste Überzeugung – zwar überstehen und zu einem persönlichen Glücksereignis wandeln können, aber dabei bleibt es dann auch.
Wer nur in der Liebe wohnt und zum Beispiel die Tür zu der Bewusstseinsdimension der Mythen und Archetypen verschlossen hält, der hat keine Vorbilder, keine Helden oder Götter – ihm fehlen die leidenschaftlichen Ziele. Ihm fehlt die Freude am heroischen Kampf gegen den Wahnsinn, gegen die Deformation und gegen Ungerechtigkeit und für ein modernes Menschenbild.
mythen
Wer nicht souverän die Tür zu den Mythen und Archetypen offen hält und sich – um ein anderes Beispiel zu nennen – nur in der Erkenntnis aufhält, dessen Leben fehlt nicht nur die mythische Tiefe, ihm fehlt auch die exstatische Lust, die innerhalb der Geschlechter explodiert. Natürlich: Wer ausschließlich im Raum der Mythen und Archetypen lebt, den nennt man am Ende Don Quichotte.
Halte Verbindung zu allen Bewusstseinsdimensionen. Lasse Dich niemals von anderen in einen Raum drängen und dort einschließen – nicht im super vernünftigen Raum des Verstandes, nicht in den friedlichen Raum des einfachen Seins und nicht in die Liebe, die Fantasie oder den Körper. Lasse es niemals zu, dass irgendeine Tür verschlossen wird.
Das ist eine ungeheure Herausforderung. Denn oft flüchten wir in unseren Lieblingsraum und sitzen dann im Raum des Gefühls und haben Selbstmitleid oder sind zornig oder wir sitzen im Raum der Erkenntnis und können genau sagen, warum es diese Krise gibt....Nur: Dadurch wird sie nicht gelöst und nicht transzendiert.
Halte die Türen offen. Sei absolut wach. Und dann stell Dich in den mittleren Raum – gehe erst dort hin, wenn Du Dir ganz sicher bist, dass alle Türen offen sind (jetzt zeigt sich, ob Du Deine Hausaufgaben gemacht hast). Bevor Du diesen mittlern Raum betrittst, schaue Dich zum letzten mal prüfend um und blicke nach unten, durch alle Räume, bis in den Raum des Körpers. Dann blicke nach oben, durch alle Türen, bis in den Raum des „Reinen Seins“.
Frage Dich ein letztes mal, ob Du aus freien Stücken hier bist.
Und dann atme die brennende Luft der Mythen und Archetypen ein. Mutiere zu Deinem Held, Transformiere Dich in Deinen Gott. Lege Dir Rüstung und Waffen an. Und dann kämpfe. Aber kämpfe nicht nur um Dein Leben – kämpfe für das Leben. Kämpfe für alles, wofür Deine Götter und Heroen verurteilt wurden, gelitten haben, gestorben sind – und nun bist Du es der aufersteht und diesen Kampf weiter führt.
Weil Du Dich entschieden hast. Weil Du souverän bist. Weil Du Dich niemals in einer Dimension einsperren lässt. Manche werden vielleicht sagen: „Was tust Du da – Du bist doch eine Frau und Frauen sollten lieb sein“. Oder manche sagen Dir: “Was tust Du da – Du bist doch ein Anthroposoph und Anthroposophen sollten aus der Erkenntnis handeln“. Oder andere sagen: „Was tust Du da – Du bist doch erleuchtet, Erleuchtete sollten doch im Frieden mit allem sein“.
Aber Du weißt, Du bist der Geist der transzendiert. Du bist der Geist, der sich niemals mit einem Punktscheinwerfer fangen lässt. Du bist der Geist, der aus sich selber diese Welt geschaffen hat – alle Räume, alle Dimensionen, alle Quadranten. Und weil Du dieser souveräne Geist bist, lässt Du es nicht zu, dass man Dich begrenzt. Du bewegst Dich in dem von Dir selber geschaffenen kosmischen System. Und Krisen hast Du vor Ewigkeiten erschaffen, damit Du heute Deinen Charakter formen und stärken kannst.
Du stürzt Dich in Deine Krise, Du kämpfst stark und klug und hältst dabei alle Türen offen. Mitten im wilden Kampf hörst Du die Stimmen des Gefühls, der Vernunft. Du hörst die Stimme der Erkenntnis und der Liebe. Ja selbst wenn Du tief in Deinem verletzten Körper steckst, hörst Du die friedlich-leichte Stimme der Verbundenheit und Gegenwärtigkeit des „Reinen Seins“. Alle diese Stimmen hindern Dich nicht daran den Kampf Deines Lebens zu kämpfen und den Kampf für das Leben zu erringen.
Im Gegenteil: Die Stimmen sorgen dafür, dass Du Dich nicht im Raum der Mythen und Archetypen verrennst. Du kämpfst im Gewahrsein, dass Du nicht nur die Kraft dieses Raumes hast – Du verfügst über alle Kräfte, aller zehn Räume.
mission
Im Grunde bist Du zehn völlig unterschiedliche Helden. Und Deine Mission lautet: Immer GANZ sein – selbst als Einzelkämpfer. Du bist der integrale Einzelkämpfer.
So geht der wahrhaft spirituelle Mensch durch eine Krise – oder eben völlig anders. Wie er eben will.
Aber niemals beschränkt, sondern immer souverän und frei und stark und mit offenen Türen.
Selbst wenn er dabei leidet wie ein Hund. Aber er leidet frei und gerne und als genau der Held, den er sich ausgewählt hat. Denn er hat sich von allen Einschränkungen befreit „Er hat sich von allen Untergeordneten entwunden. Nichts bezwingt ihn, als wovon er gerne den Zwang erleidet“ (Rudolf Steiner).
Heroes - öffnet heute schon alle Türen - die nächste Krise kommt bestimmt. Du hast sie bestellt.
STEINER
Mittwoch, 11. Februar 2009
Ein modernes Menschenbild
Zugegeben: lange bin ich noch nicht an dem Thema dran. Erst seit drei Jahren beschäftigt mich das bedingungslose Grundeinkommen - angeregt durch Daniel Häni und Enno Schmidt von der "Initiative Grundeinkommen". Bis heute bin ich einerseits fasziniert, andererseits habe ich auch kritische Fragen zu diesem gesellschaftlichen Modell. Unabhängig davon, wie man zum bedingungslosen Grundeinkommen steht, ist es wirklich außergewöhnlich, wie sich dieser Gedanke verselbstständigt hat und wächst. Im Gegensatz zu anderen Themen, die in kürzester Zeit spitz nach oben schießen, um dann ebenso schnell wieder dem nächsten Renner Platz zu machen, scheint sich das bedingungslose Grundeinkommen tatsächlich dynamisch und aus einer großen Tiefe heraus aufzurichten - der Gedanke lässt uns nicht mehr los.
Sowohl Daniel Häni und Enno Schmidt als auch der prominente Befürworter Götz Werner haben von Anfang an immer wieder gesagt, wie bedeutsam es sei, dass dieser Gedanke überhaupt einmal gedacht würde - ganz unabhängig davon, wie und wann er in ein gesetzliches Verfahren münden würde. Wir beginnen tatsächlich alle miteinander über Geld zu reden; und Reden über Geld heißt Reden über Angst, heißt Reden über Stolz, heißt Reden über Versagen, heißt Reden über Scham. Und seit dem bedingungslosen Grundeinkommen heißt Reden über Geld auch Reden über das moderne Menschenbild - und zwar da, wo es ernst wird.
Das bedingungslose Grundeinkommen ist keine anthroposophische Initiative. Aber so wie das Thema Umweltschutz seit den Siebzigerjahren dank vieler ganzheitlich-anthroposophischer Ansätze zu einem nachhaltigen Umweltbewusstsein wurde, so trägt auch die philosophisch-spirituelle Fundierung durch die Anthroposophie essentiell dazu bei, dass es längst nicht mehr um linke, rechte oder liberale Ansätze geht, sondern um wirklich neue, moderne und im besten Sinne menschliche Lösungen. Für mich ist der Gedanke des bedingungslosen Grundeinkommens Bewusstseinserweiterung.
Bisweilen sprengen diese Gedanken nicht nur unsere Denkschablonen, sondern auch Computer - so geschehen beim Server des Bundestages. Dort hatte die Bürgerin Susanne Wiest die Petition zum bedingungslosen Grundeinkommen eingereicht - bei 50.000 Stimmen müsste sich der Deutsche Bundestag mit dem bedingungslosen Grundeinkommen beschäftigen. Bewegen sich solche Petitionen in der Regel im dreistelligen Bereich, steht die Zahl in diesem Moment bei über 47.000 Mitzeichnern und sie steigt rasant und Minute für Minute.
steiner
Was manche Köpfe nicht denken können, konnte der Bundestagsrechner nicht mehr rechnen... und brach zusammen. Dank einer sofortigen Intervention und der Unterstützung durch den zuständigen Administrator wurde die Frist zur Unterzeichnung dieser Petition nun bis zum 17. Februar verlängert - vereinzelt macht der Rechner immer noch schlapp. Kein Grund, dass wir schlapp machen.
Wenn ich mich jetzt wie ein 0815-Wahlkämpfer anhöre, dann verzeihen Sie mir das bitte, aber es ist tatsächlich so: Jede Stimme zählt und es ist ausgesprochen simpel seine Stimme einzubringen. Folgen Sie einfach dem Link und in wenigen Minuten geben Sie dieser Idee eine weitere Stimme, die klar und deutlich bis in das Haus dringt, welches in großen Lettern die Aufschrift trägt: "Dem deutschen Volke". Na - wenn das so ist: Nehmen wir die Einladung doch an.
Selbst wenn die 50.000 Stimmen nicht zusammenkommen, bereits jetzt ist das ein unüberhörbarer und enthusiastischer Chor. Das stimmt mich nicht zuletzt deshalb froh, weil ein tragender Ton dieses Chores seinen Ursprung in dem Menschen hat, der einmal sagte:
"In früheren Zeiten lebte sich der Mensch instinktiv in das Wirtschaftsleben hinein. Jetzt muss das Hineinleben in die Wirtschaft immer bewusster und bewusster werden."
Wir arbeiten dran, Herr Steiner.

Die Bilder entstanden im Herbst bei einer öffentlichen Meditation vor dem Berliner Reichstag/Bundestag - ob´s vielleicht gewirkt hat?
Dienstag, 10. Februar 2009
Verlängerung!
Sonntag, 8. Februar 2009
Ein Haus für die Leere
Jede Biografie ist voller Chancen, sein relatives Bewusstsein zu erweitern, um neue Grade der wachen Verbundenheit mit dem einen Geist zu erlangen und gleichzeitig ein würdiger Ausdruck dieses Geistes zu sein. Ein Chance ist der Tod. Bei mir ist es gerade so, dass ein guter Freund dem Tod sehr nahe war und auch noch ist und ich so die Chance hatte, den Fokus auf dieses Rätsel zu richten.Dabei ist mir aufgefallen, dass unser Denken im Wesentlichen aus Gewohnheiten besteht. Über den Tod zum Beispiel, denken viele Menschen, dass beim Sterben die Seele oder der Geist, den Körper verlässt. Je nach religiöser oder weltanschaulicher Perspektive, wird dieses Bild mehr oder weniger differenziert ausgemahlt und weitergeführt. Aber es bleibt doch so, dass sich eine spirituelle Essens von dem physischen Leib löst. Der Leib, so die Vorstellung, bleibt auf der Erde und die spirituelle Essens geht in eine andere Dimension über. Die Menschen sprechen dann vom Diesseits und vom Jenseits.
Diese Bild prägte über tausende Jahre unser Denken.
Auf einer nächsten Stufe der menschlichen Evolution können wir dieses Bild auf die nächste Ebene transformieren.
Auf dieser neuen Stufe sehen wir den Tod so: Im Sterben verlässt nicht die Seele den Körper, sondern der Körper verlässt die Seele. Nicht der Körper bleibt im Diesseits und die Seele, der Geist, die spirituelle Essens, verflüchtigt sich in ein Jenseits. Nein, die spirituelle Dimension ist permanente und ins unendliche ausgedehnte Gegenwart. Geist ist immer und überall. Ungeboren. Unsterblich. Leuchtende Leere.
Aber von Zeit zu Zeit bildet sich an einer bestimmten Stelle, um diese ausgedehnte, leuchtende Leere herum, eine Haut. Ein spezifischer Rand, eine bestimmte Hülle, eine Abgrenzung nimmt Form an. Eine dieser Formen, die komplexeste von allen, nennen wir Mensch. Im Schutz dieser Hülle, entsteht aus dem Nichts - Etwas. Für eine kurze Zeit von höchstens wenigen Jahrzehnten.
Die Leere wird umhüllt und Fülle erscheint.
Doch sobald die Haut sich wieder auflöst, bleibt das zurück was bereits immer war und immer ist: Leuchtende Leere.
Du kannst dieses Bild als kleines Spiel nachmachen. Es geht ganz einfach: Schau auf den leeren Raum zwischen Dir und Deinem Bildschirm. Nimm Deine rechte Hand etwas nach oben und forme daraus eine halbe Kugel. Jetzt nimm Deine linke Hand und Forme ebenfalls eine halbe Kugel. Jetzt führe Deine Hände vor dem leeren Raum zusammen. Deine Hände bilden ungefähr eine Kugel. Der leere Raum hat nun eine Hülle. Um Deine Hände herum ist immer noch dieser Raum und der gleiche Raum ist auch innerhalb Deiner Hände. Es ist wirklich der selbe Raum – nur mit Hülle. Behalte die Position bei und fühle einmal, was sofort passiert, wenn sich eine Hülle bildet: Wärme entsteht, Geborgenheit aber auch Getrenntheit. Jetzt nimm Deine Hände wieder langsam auseinander.
Wenn Du nun Deine beiden Hände wieder auseinander genommen hast, dann bleibt was immer war: Der leere Raum. Deine Hände repräsentieren in diesem Spiel unseren Körper und der Innenraum den Geist. Du siehst sofort, dass das, was vorher innerhalb der Hände war, nirgendwo hingeht, wenn die Hände gehen – es gehen eben nur die Hände, der Leib vergeht – was bleibt, ist das „Immer schon und einfach das“.
Mensch sein, heisst ein Haus sein – in der Wüste der Wirklichkeit. Andere Bilder sprechen vom Menschen als einen Tempel, oder als einen Gral. Steiner spricht davon, dass in dem Mensch ein Raum ist – er nennt es manchmal Seele, oder manchmal Ich-Organ – die dem „dem Geiste Wohnung gibt“. (Sie Gedicht unten)
Wir Menschen sind wie ein Haus neben anderen Häusern. Jedes Haus ist anders ausgerichtet und anders eingereichte. Vielfalt, Buntheit, Verschiedenheit und Individualität ist Äusserlichkeit. Aber Äusserlichleit bedeutet darum gerade nicht Banalität und Flachheit. Äusserlichkeit ist das immer wieder neue Spiel Formen zu finden, innerhalb derer der eine und gleich Geist anders Raum greift ist als ohne Form.
Klamotten zum Beispiel sind so gesehen ein Sinn unseres Lebens, denn sie feiern das, was Gott ohne den Menschen nicht sein kann, nämlich verschieden, bunt und veränderbar zu sein. Wir können renovieren und modernisieren.
Gott ist zeitlos. Im Mensch wird er modern.
Gott ist EINHEIT – aber er besitzt eben auch die Fähigkeit zur DIFFERENZIERTHEIT.
Das Zentrum aller Häuser ist, ist immer diese EINE Leere, dieser eine Geist – und wenn alle Häuser und alle Möbel vollständig vernichtet sind, dann ist immer noch dieser Raum, der auch vorher war – nur ohne Wände. Erinnre Dich an Deine beiden Hände.
DIFFERENZIERTHEIT ist sterblich - darüber darf man weinen. EINHEIT ist unsterblich - das ist Trost.
Verschiedene Häuser bilden sich immer um den einen Raum. Und wenn ich meinen Nachbarn besuch – wen besuche ich da wohl? Begegnung ist Selbstbegegnung und darum ist Begegnung, nach Rudolf Steiner, immer auch ein Sakrament.
Alle diese Häuser bilden Wände und Dächer um einen Raum und um diesen Raum herum ist das was wir Individualität nennen - Individualität ist aber Hülle, nicht Kern. Kern ist Leere.
Nochmal, weils wirklich wichtig ist: Die Mitte aller Wände, Dächer, Formen und Individualitäten ist dieser eine, endlose Raum des reinen Seins (der auch ohne Wände ist) – nur in uns scheint er begrenzt durch unsere Individualität. Auch wenn er in jedem Haus nur ein paar Quadratmeter große ist und er uns wie ein Innenraum erscheint – es ist doch dieser eine Raum der Ewigkeit, der sich sofort wieder nahtlose mit dem scheinbaren Aussenraum verbindet, sobald die Mauern, Wände und Körper fallen.
Nicht der Geist verlässt den Körper. Der Körper verlässt den Geist.
Der eine, stille, friedliche und einfache Zustand des ewigen Seins ist immer da. In Dir. Um Dich herum. In anderen Menschen, in Tieren, Pflanzen, Steinen. Vor dem Tod. Nach dem Tod. Im Lachen. Nach dem Lachen Im Weinen. Nach dem Weinen.
Der GEIST ist das wahre Leben und das wahre Leben hat kein Gegenteil. Auch nicht den Tod. Das Gegenteil vom Tod ist die Geburt. In diesem Sinne ist mein Freund dem Tod zwar näher als sonst – aber eben auch der Geburt.
Ich wünsche meinem Freund von ganzem Herzen, dass er noch in dieser Biografie gründlich erfahren kann, dass er tatsächlich unsterblich ist.
Und fast noch mehr wünsche ich ihm, dass er erfahren wird, dass es große Freude bereiten kann, an seinem gesunden Haus zu arbeiten und es schön zu machen und es sauber zu machen und es aufzuräumen und auszumisten.
Das Neue, mein Lieber, was Du entdecken kannst, das ist nichts eben nichts neues - es ist das EWIGE. Und der Weg dahin führt für Dich über das Einfach, das Reine, das Klare, das Leichte. Kühles Wasser, reine Luft. Eine Tomate. Eine Gurke. Die Süsse des Apfels. Waldboden. Musik von Mozart. Kunst von Koons. Gartenarbeit. Singen. Ein guter Arzt, der nicht auf karmischen Verknotungen schaut, sondern auf das was sein Job ist: Dein Gesundheit -er schaut mit Strenge und hat gute Arnzenei. Auch einfache Worte, die nichts anderes sagen, als das was Du fürchtest, das was Du sehnst, das was Dich verletzt hat. Leid klagen, nennt man das. Das tut eine Weile gut - Du hast eine wundervolle Frau mit einem großen Herz. Öffne Dich. Fließe.
Der Weg zum EWIGEN in diesem Leben, der führt auch über die Meditation. Ich biete mich an.
EWIG
Suche es ohne Rauch und Qualm und ohne fettiges, totes Tier im Kühlschrank. Ich wünsche Dir, dass Du den Wald entdeckst und lange Spaziergänge. Ja auch, dass Du weiter die tiefe Reflexion lieben und praktizieren darfst, aber ohne morbide Mythologien. Stärke die gesunde Stimme der aufgeräumten Freude.
Ich wünsche Dir, lieber Freund, dass Du nicht nur darüber schreibst, was Du über Dein Herz denkst – ich wünsche Dir, dass Dein Herz selber spricht und weint und endlich aufatmen darf. Frische, reine, klare Luft.
Das klingt nach New Age? Das IST New Age!
Mein Lieber, lass uns - in diesem Sinne - um die Häuser ziehen, um Dein Haus wieder fit zu machen. Ich stehe vor Deiner Tür. In Wanderschuhen.
Gute Besserung!
Ich schaue in die Welt,
In der die Sonne leuchtet,
In der die Sterne funkeln;
In der die Steine lagern,
Die Pflanzen lebend wachsen,
Die Tiere fühlend leben,
In der der Mensch beseelt,
Dem Geiste Wohnung gibt;
Ich schaue in die Seele,
Die mir im Innern lebet.
Der Gottesgeist, er webt
Im Sonn'- und Seelenlicht,
Im Weltenraum, da draußen,
In Seelentiefen, drinnen.
Zu Dir, o Gottesgeist,
Will ich bittend mich wenden,
Dass Kraft und Segen mir
Zum Lernen und zur Arbeit
In meinem Innern wachse.
Rudolf Steiner
